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Storydrive Frankfurt: "Das Papierbuch wird sterben"

Frankfurt-StorydriveDie Veranstaltung Storydrive als Teil der Frankfurter Buchmesse wurde unter dem Motto "Fiction is Real" erfolgreich abgeschlossen und bot mit dem neuen "Fishbowl"-Format den knapp 300 Gästen aus über 20 verschiedenen Ländern ein spannendes Programm. Dabei sind sich sowohl Referenten als auch Gäste einig: Technologien wie Augmented Reality aber auch soziale Medien stellen für traditionelle Industrien keine Bedrohung dar, sondern können bei richtiger Anwendung den Medienbranchen einen profitablen Wandel bringen.

 

„Die Gamer von heute sind keine Teenager mehr, es sind alles Leute in ihren Dreißigern und Vierzigern. Sie haben das Recht auf eine gute Story." kommentiert der russische Autor Dmitry Gluchovsky, der über eine interaktive Website an seinem Science-Fiction-Bestseller "Metro 2033" arbeitete und mit zwei dazugehörigen Videospielen auch eine interaktive Plattform mit einbeziehen konnte. Sogar ein Kinofilm steht in den Startlöchern seit dem das Filmstudio MGM sich die Filmrechte an Gluchovskys apokalyptischen Szenarios sicherte. Den Erfolg verdankt der Autor vor allem seinen Fans mit denen er gemeinsam mit Hilfe von sozialen Netzwerken den Handlungsstrang entwickelte. Dabei kommt er zum Entschluss, dass Papierbücher schon bald obsolet werden, aber die Literatur selbstverständlich weiter lebt und dabei einfach nur in eine neue Haut schlüpft: "Papier verrottet, aber Literatur ist unsterblich."

Ein weiterer Schriftsteller, der auch auf der Frankfurt Storydrive das Thema Gaming mit einbezogen hat ist Corey King. Mit dem Emergent Game "Clandestine: Anomaly" greift er auf die beliebte Augmented Reailty Technologie zurück, die es ermöglicht virtuelle Welten in der Realität beispielsweise anhand eines Smartphones oder Tablet PCs darzustellen. Im engen Dialog mit den Zuschauern der Veranstaltung definierte er die wichtigen Grundregeln für den geschäftlichen Erfolg im digitalen Zeitalter. Die Stringenz der Handlung ist dabei eben so entscheidend wie eine emotionale Resonanz und kreatives Engagement beim Nutzer auszulösen. Dabei wird ihm auch Drew Davidson vom Entertainment Technology Center zustimmen, denn auch er sagt, dass alle User der Medienwelt eine gemeinsame Richtung brauchen: "Der User muss aktiv in die Geschichte eingebunden werden, auch die fiktionale Welt muss in unsere reale Welt eingebunden werden."

Wie schnell das Sterben der gedruckten Bücher eintreffen wird, ist ungewiss. Bisher hat die Beteiligung einer aktiven Community den Verkauf Gluchovskys Romane eher angekurbelt zu haben. Gleichzeitig treiben die Bücher und andere literarische Arbeiten die Produktion von Fernsehfilmen- und Serien an, so Sarah Doole, Creative Director Worldwide Drama der FreemantleMedia Group. Die Weiterentwicklung des Storytellings hat Einfluss auf alle Medien und ist dabei noch lange nicht abgeschlossen.

Quelle: http://www.buchmesse.de/de/academy/programm/00353/

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BEO-Autor: Alexander Kornelsen